„Ich brauche eine Website“ klingt erstmal eindeutig. Ist es aber nicht. Denn bevor es um Design, Technik oder Farben geht, steht eine viel grundlegendere Frage im Raum:
Welche Art von Website brauchst du eigentlich?
Onepager, klassische Website, Landingpage, Blog, Portfolio. Die Begriffe tauchen schnell auf, oft ohne dass klar ist, was genau dahintersteckt und wofür sie sinnvoll sind. Genau das schauen wir uns hier an. Mit Unterschieden, Vorteilen, Nachteilen und einer ehrlichen Einschätzung, für wen welcher Website-Typ passt.
Onepager
Ein Onepager besteht aus einer einzigen Seite, auf der alle Inhalte untereinander aufgebaut sind. Die Navigation erfolgt meist über Scrollen oder Sprungmarken.
Der große Vorteil eines Onepagers ist die Übersichtlichkeit. Besucher müssen sich nicht durch mehrere Seiten klicken, sondern bekommen alles kompakt präsentiert. Für klar umrissene Angebote kann das sehr gut funktionieren. Auch der Umfang ist überschaubar, was Zeit und Kosten spart.
Gleichzeitig ist der Platz begrenzt. Wenn Inhalte wachsen oder mehrere Angebote dargestellt werden sollen, wird es schnell eng. Auch für Suchmaschinen ist ein Onepager oft schwieriger, weil viele Themen auf einer Seite gebündelt sind. Erweiterungen sind später möglich, aber nicht immer elegant.
Ein Onepager eignet sich gut für Solo-Selbstständige mit einem klaren Angebot, für Projektseiten oder als Einstiegslösung. Weniger geeignet ist er für umfangreiche oder erklärungsbedürftige Leistungen.
Klassische Website mit Unterseiten
Das ist der klassische Aufbau mit Startseite, Über-mich-Seite, Angebotsseiten, Kontakt und oft einem Blog oder Referenzen.
Der größte Vorteil liegt in der Struktur. Inhalte lassen sich klar trennen, jede Seite hat einen eigenen Fokus. Das ist gut für die Nutzerführung und für Suchmaschinen. Außerdem kann eine solche Website mitwachsen, ohne dass alles neu gedacht werden muss.
Der Nachteil ist der höhere Planungsaufwand. Inhalte müssen durchdacht aufgebaut werden, sonst entsteht schnell Unübersichtlichkeit. Ohne klares Konzept wird aus Struktur schnell Chaos.
Diese Art von Website eignet sich besonders für Dienstleister und Unternehmen mit mehreren Angeboten oder erklärungsbedürftigen Leistungen. Auch wenn Vertrauen und Sichtbarkeit eine große Rolle spielen, ist das meist die sinnvollste Lösung.
Landingpage
Eine Landingpage ist auf ein konkretes Ziel ausgerichtet. Zum Beispiel eine Anfrage, eine Anmeldung oder den Verkauf eines Angebots.
Der Vorteil liegt im Fokus. Alles auf der Seite zielt auf eine Handlung ab. Keine Ablenkung, keine Umwege. Das macht Landingpages ideal für Kampagnen oder einzelne Leistungen.
Als alleinige Website reicht eine Landingpage in der Regel nicht aus. Sie erklärt selten das komplette Unternehmen und baut nur begrenzt Vertrauen auf. Meist ist sie eine Ergänzung zu einer bestehenden Website.
Geeignet ist sie für Marketingaktionen, Produkte oder klar abgegrenzte Angebote mit einem eindeutigen Ziel.
Portfolio-Website
Bei einer Portfolio-Website stehen Arbeiten, Projekte oder Referenzen im Vordergrund. Bilder und Ergebnisse sind hier wichtiger als lange Texte.
Der Vorteil ist klar: Besucher bekommen schnell ein Gefühl für Stil, Qualität und Arbeitsweise. Gerade für kreative Berufe ist das oft überzeugender als lange Erklärungen.
Der Nachteil ist, dass Prozesse, Hintergründe oder Angebote manchmal zu kurz kommen. Ohne klare Führung bleibt man schnell an der Oberfläche.
Portfolio-Websites eignen sich besonders für Designer, Fotografen und andere kreative Berufe, bei denen Ergebnisse im Vordergrund stehen.
Blog oder Content-Website
Hier liegt der Fokus auf regelmäßigen Inhalten. Artikel, Beiträge, Wissen. Oft ist ein Blog Teil einer größeren Website.
Der Vorteil ist die langfristige Wirkung. Mit guten Inhalten kannst du Sichtbarkeit aufbauen, Expertise zeigen und Vertrauen schaffen. Inhalte arbeiten über längere Zeit für dich.
Der Nachteil: Ein Blog braucht Zeit für Recherche, Planung und Ideen. Ob ein Beitrag dann auch die gewünschten Besucher bringt, zeigt sich meist erst Wochen bis Monate später.
Geeignet ist diese Form für Selbstständige und Unternehmen, die Wissen teilen wollen oder erklärungsbedürftige Leistungen anbieten.
Die richtige Mischung macht’s
In der Praxis bestehen Websites selten nur aus einem Typ. Häufig gibt es Kombinationen. Eine klassische Website mit Blog. Eine Website plus Landingpage für ein spezielles Angebot. Oder ein Onepager als Start, der später erweitert wird.
Entscheidend ist nicht die Bezeichnung, sondern die Frage:
Was soll deine Website leisten?
Typische Fehlannahmen bei der Wahl des Website-Typs
In Gesprächen zeigt sich immer wieder, dass Entscheidungen oft aus falschen Gründen getroffen werden. Ein Onepager wird gewählt, weil er vermeintlich einfacher ist. Dabei müssen Inhalte dort oft stärker komprimiert werden und Entscheidungen früher fallen. Das ist nicht automatisch leichter, sondern nur anders.
Umgekehrt wird manchmal eine große Website geplant, obwohl es noch gar nicht genug Inhalte gibt. Das führt zu leeren Seiten oder Platzhaltern, die mehr verwirren als helfen.
Sinnvoller ist es, nicht zu fragen, was gerade angesagt ist, sondern was aktuell wirklich gebraucht wird. Eine Website darf sich entwickeln. Sie muss nicht von Anfang an alles abdecken.
Klein starten oder groß denken?
Beides kann sinnvoll sein. Ein kompakter Start mit wenigen Seiten kann eine gute Lösung sein, solange die Struktur so angelegt ist, dass man später erweitern kann.
Wenn Angebote erklärungsbedürftig sind oder Vertrauen eine große Rolle spielt, ist eine mehrseitige Website oft entspannter, für dich und für die Besucher. Es geht nicht darum, möglichst viel zu bauen, sondern das Richtige.
Fazit
Website-Typen sind Werkzeuge, keine festen Schablonen. Ein Onepager, eine klassische Website oder eine Kombination aus mehreren Formaten kann gut oder schlecht sein. Entscheidend ist, ob sie zu dir, deinem Angebot und deinem Ziel passt.
Wer sich vor dem Start mit diesen Fragen beschäftigt, trifft bessere Entscheidungen und spart sich spätere Umwege. Genau deshalb ist die Wahl des Website-Typs immer Teil meiner Projektplanung. Nicht, um es kompliziert zu machen, sondern damit deine Website dir wirklich hilft.

